Die 5 häufigsten Missverständnisse über Sexualtherapie

Entspannte Person in heller Therapiesituation, offenes Gespräch ohne Druck
Viele Menschen erleben bereits beim ersten Gespräch, dass Sexualtherapie kein unangenehmer Termin ist, sondern ein geschützter Raum für Verständnis, Entlastung und neue Perspektiven.

Warum die Angst vor dem Termin beim Sexualtherapeuten unbegründet ist

Sexualtherapie könnte helfen, doch der Gedanke daran löst Unbehagen aus. Was passiert da eigentlich? Muss ich mich ausziehen? Werde ich bewertet? Solche Fragen halten viele Menschen davon ab, sich Unterstützung zu holen. Dabei beruhen die meisten Befürchtungen auf falschen Vorstellungen.

Die Zahlen zeigen: Sexuelle Schwierigkeiten sind weit verbreitet. Laut Deutsches Ärzteblatt berichten etwa 17 Prozent der Frauen von vermindertem sexuellen Interesse. Weitere 8 Prozent erleben Erregungs- oder Orgasmusprobleme. Trotzdem sprechen nur wenige offen darüber. Scham und Unsicherheit sind die größten Hürden. Dieser Artikel räumt mit den häufigsten Missverständnissen auf und zeigt, was Sexualtherapie wirklich bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Sexualtherapie ist Gesprächstherapie: In der Praxis finden keine körperlichen Übungen oder Berührungen statt.
  • Keine Bewertung: Ihr Therapeut beurteilt nicht, was „normal“ ist oder sein sollte.
  • Mehr als Technik: Es geht um Beziehungsdynamik, Kommunikation und das Verstehen eigener Bedürfnisse.
  • Auch für Einzelpersonen: Sexualtherapie ist nicht nur für Paare möglich und sinnvoll.
  • Ärztliche Abklärung wichtig: Vor Therapiebeginn sollten körperliche Ursachen durch einen Arzt ausgeschlossen werden.
  • Unterstützung finden: Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch, um Ihre Fragen zu klären.

Was ist Sexualtherapie eigentlich?

Sexualtherapie ist eine Form der Gesprächstherapie. Sie unterstützt Menschen bei sexuellen Schwierigkeiten, die Leidensdruck verursachen. Anders als bei Tantra-Angeboten oder Sexualbegleitung geht es nicht um körperliche Erfahrungen in der Praxis. Stattdessen stehen Gespräche im Mittelpunkt.

Der systemische Ansatz betrachtet dabei nicht nur das Symptom. Er bezieht die gesamte Beziehungsdynamik, persönliche Geschichte und aktuelle Lebensumstände ein. So entstehen nachhaltige Veränderungen statt kurzfristiger Lösungen.

Leerer Therapieraum mit zwei Sesseln, ruhige Gesprächsatmosphäre
Sexualtherapie findet in einem geschützten Gesprächsrahmen statt – ohne körperliche Übungen, ohne Berührungen und mit klaren professionellen Grenzen.

Missverständnis 1: "Ich muss mich ausziehen oder Übungen vor dem Therapeuten machen"

Dieses Missverständnis hält sich hartnäckig. Die Realität sieht völlig anders aus: In seriöser Sexualtherapie gilt das sogenannte Hands-off-Prinzip. Das bedeutet, dass in der Praxis keine körperlichen Übungen stattfinden. Der Therapieraum ist ein reiner Gesprächsraum.

Methoden wie Sensate Focus, entwickelt von Masters und Johnson in den 1970er Jahren, sind Übungen für zuhause. Dabei erkunden Paare im eigenen geschützten Rahmen achtsame Berührungen. Der Therapeut begleitet diesen Prozess durch Gespräche, ist aber nie dabei.

Falls Ihnen jemand etwas anderes anbietet, handelt es sich nicht um Sexualtherapie im eigentlichen Sinne. Seriöse Therapeuten wahren immer professionelle Grenzen.

Missverständnis 2: "Der Therapeut bewertet, ob ich normal bin"

Viele Menschen befürchten, ihre Wünsche, Fantasien oder Probleme könnten als unnormal eingestuft werden. Diese Sorge ist verständlich, aber unbegründet. Sexualtherapeuten arbeiten grundsätzlich ohne moralische Bewertung.

Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ in der Sexualität, solange alles einvernehmlich geschieht. Was Sie als Einzelperson oder Paar als erfüllend empfinden, bestimmen allein Sie. Der Therapeut hilft Ihnen, Ihre eigenen Bedürfnisse zu verstehen und auszudrücken.

Übrigens: Viele Fantasien und Wünsche sind verbreiteter, als die meisten Menschen annehmen. In der Therapie erleben Klienten oft Erleichterung, wenn sie merken, dass sie mit ihren Gedanken nicht allein sind.

Missverständnis 3: "Es geht um Tipps und Tricks für besseren Sex"

Sexualtherapie ist keine Reparaturwerkstatt für die Technik. Es gibt keine geheimen Knöpfe, die man nur richtig drücken müsste. Wer mit dieser Erwartung kommt, wird überrascht sein, wie anders die Arbeit aussieht.

Stattdessen geht es um Fragen wie: Wie kommunizieren Sie über Intimität? Welche unausgesprochenen Erwartungen belasten Ihre Beziehung? Welche alten Muster wiederholen sich? Der systemische Blick richtet sich auf die Wechselwirkungen zwischen Partnern und auf innere Überzeugungen, die das Erleben beeinflussen.

"Sexuelle Probleme sind oft ein Spiegel der Beziehungsdynamik. In der Therapie geht es darum, diese Muster zu erkennen und gemeinsam neue Wege zu finden."

Wenn die Kommunikation sich verbessert und der Druck nachlässt, verändert sich häufig auch das intime Erleben. Nicht durch neue Techniken, sondern durch ein tieferes Verständnis füreinander.

Missverständnis 4: "Sexualtherapie ist nur für Paare"

Auch Einzelpersonen profitieren von Sexualtherapie. Manchmal ist es sogar sinnvoll, bestimmte Themen erst alleine zu besprechen. Das gilt besonders bei sehr persönlichen Schwierigkeiten wie Schamgefühlen, Unsicherheiten rund um den eigenen Körper oder früheren Verletzungen.

Typische Anliegen in der Einzeltherapie sind zum Beispiel: Vaginismus, Erektionsstörungen, Schwierigkeiten beim Dating, übermäßiger Pornokonsum oder der Wunsch, die eigene Sexualität besser zu verstehen.

Auch wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin keine Therapie möchte, können Sie alleine beginnen. Veränderungen bei einer Person wirken sich oft auf das Miteinander in der Partnerschaft aus. Bei Bedarf kann später eine Paartherapie ergänzt werden. Für Themen jenseits der Sexualität bietet sich auch eine psychotherapeutische Begleitung an.

Missverständnis 5: "In der Therapie spricht man nur über Sex"

Sex ist natürlich ein Thema. Aber Sexualität ist mit dem gesamten Leben verbunden. Stress im Beruf, das Verhältnis zum eigenen Körper, unverarbeitete Erlebnisse aus der Vergangenheit oder Vertrauensfragen in der Partnerschaft spielen oft eine wichtige Rolle.

In manchen Sitzungen wird kaum über den körperlichen Akt gesprochen. Stattdessen geht es um Kommunikation, Nähe, Selbstwert oder die Fähigkeit, sich fallen zu lassen. Sexualtherapie ist immer auch ein Stück Persönlichkeitsentwicklung.

Entspannte Person sitzt in ruhiger Umgebung, Gefühl von Entlastung und Akzeptanz

Typische Themen in der Sexualtherapie

Viele Klienten sprechen über Leistungsdruck, Versagensängste oder die Schwierigkeit, im Alltag abzuschalten. Auch Fragen zur eigenen Identität, unterschiedliche Bedürfnisse in der Partnerschaft oder der Umgang mit Zurückweisung kommen häufig zur Sprache. Sexualtherapie betrachtet immer den Menschen als Ganzes.

Der erste Schritt ist oft der schwerste

Die Entscheidung, sich Unterstützung zu holen, erfordert Mut. Doch die Realität der Sexualtherapie ist weit weniger beängstigend als viele befürchten. Es geht um Gespräche in einem geschützten Rahmen, ohne Bewertung und in Ihrem Tempo.

Wichtig zu wissen: In meiner Praxis beginne ich eine Sexualtherapie erst, wenn körperliche Ursachen ärztlich abgeklärt wurden. Nur so kann die Therapie wirksam ansetzen. Dieses Vorgehen gehört zu einem verantwortungsvollen therapeutischen Ansatz.

Ich biete Sexualtherapie in meinen Praxen in München-Pasing und Schongau sowie online an. In einem unverbindlichen Erstgespräch können Sie alle Fragen stellen und herausfinden, ob die Zusammenarbeit für Sie passt.

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Ihr Manfred Heiber

Holztisch mit Notizblock und handgezeichneter Aufschrift ‚FAQ – Häufige Fragen für Sie beantwortet‘, daneben Kugelschreiber, Brille und Pflanzenblätter im Sonnenlicht

Häufige Fragen (FAQ)

Die erste Sitzung dient dem Kennenlernen. Sie schildern Ihr Anliegen so, wie es sich für Sie stimmig anfühlt. Es gibt keinen Fragenkatalog, den Sie abarbeiten müssen. Der Therapeut hört zu, stellt behutsame Rückfragen und erklärt, wie eine mögliche Zusammenarbeit aussehen könnte. Das Tempo bestimmen Sie. Viele Klienten sind überrascht, wie entspannt das erste Gespräch verläuft.

Ja, das ist sogar häufig der Fall. Manche Klienten kommen von Anfang an allein, andere wechseln zwischen Einzel- und Paarsitzungen. Eine Therapie kann auch dann wirksam sein, wenn nur eine Person daran teilnimmt. Oft entstehen durch die eigene Entwicklung neue Impulse für die Partnerschaft. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, welches Setting für Ihr Anliegen am besten passt.

Sexualberatung ist meist kurzfristiger angelegt und informationsorientiert. Sie eignet sich für konkrete Fragen oder Unsicherheiten ohne tieferen Leidensdruck. Sexualtherapie geht tiefer und arbeitet an wiederkehrenden Mustern, emotionalen Blockaden oder länger bestehenden Schwierigkeiten. Der Übergang ist fließend. Im Erstgespräch wird gemeinsam geklärt, welche Form der Begleitung passend ist.

Das ist sehr individuell. Manche Anliegen klären sich in wenigen Sitzungen, andere Prozesse brauchen mehrere Monate. Es hängt vom Thema, von der persönlichen Geschichte und von Ihren Zielen ab. In der Regel vereinbaren wir zunächst einige Sitzungen und schauen dann gemeinsam, wie es weitergeht. Sie sind nicht an eine bestimmte Dauer gebunden.

Sexualtherapie bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie wird in der Regel nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Private Kassen oder Zusatzversicherungen erstatten manchmal einen Teil. Die Selbstzahlung hat auch Vorteile: keine langen Wartezeiten, keine Aktenkundigkeit bei der Krankenkasse und volle Flexibilität bei der Themenwahl. Im Erstgespräch besprechen wir gerne alle Details.

Manfred Heiber

Mein Name ist Manfred Heiber, systemischer Therapeut (DGSF).
In meiner Praxis in München begleite ich Menschen, die mit belastenden Erfahrungen oder inneren Konflikten leben – oft schon lange.

Vielleicht gibt es in Ihrem Leben ein Ereignis, das Sie nicht loslässt. Oder Sie merken, dass bestimmte Gefühle, Gedanken oder Reaktionen immer wieder auftauchen, obwohl „eigentlich alles gut“ sein sollte.

In solchen Situationen arbeite ich mit zwei wirkungsvollen Methoden:
Mit der systemischen Therapie, um Zusammenhänge zu erkennen, neue Perspektiven zu gewinnen und innere Ressourcen zu stärken und mit EMDR, um tief sitzende seelische Verletzungen zu verarbeiten und innere Stabilität zurückzugewinnen.

Was auch immer Sie gerade bewegt: Ich unterstütze Sie dabei, Ihren eigenen Weg zu verstehen – und mutig weiterzugehen.

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