Konsensuelle Nicht-Monogamie (KNM): Was Paare über nicht-monogame Beziehungen wissen sollten

Drei dampfende Kaffeetassen auf einem Holztisch im warmen Morgenlicht

Formen, Herausforderungen und wie therapeutische Begleitung helfen kann

Konsensuelle Nicht-Monogamie (KNM) bedeutet, dass alle Beteiligten in einer Beziehung sich bewusst und einvernehmlich darauf verständigen, auch romantische oder sexuelle Kontakte außerhalb der Partnerschaft zu leben. Das Entscheidende dabei: Es geschieht nicht heimlich, sondern offen, mit klaren Absprachen und gegenseitigem Einverständnis.

In der Praxis kann das ganz unterschiedlich aussehen. Manche Paare öffnen ihre Beziehung für sexuelle Begegnungen, andere leben polyamore Beziehungen mit mehreren festen Partnerschaften. Gemeinsam ist allen Formen, dass Ehrlichkeit und Kommunikation die Grundlage bilden.

Eine große Bevölkerungsstudie (Nature, 2025) zeigt: Rund ein Drittel aller Erwachsenen hat bereits Erfahrungen mit nicht-monogamen Beziehungsformen gemacht. In meiner Praxis erlebe ich, dass immer mehr Paare diesen Weg bewusst gehen möchten, aber unsicher sind, wie sie ihn gemeinsam gestalten können.

Ob ein Paar den Weg in die Nicht-Monogamie wählt oder monogam lebt, ist keine Frage von richtig oder falsch. Es geht darum, eine Beziehungsform zu finden, die zu den eigenen Bedürfnissen passt und auf Ehrlichkeit beruht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konsensuelle Nicht-Monogamie (KNM) beschreibt Beziehungsmodelle, in denen alle Beteiligten einvernehmlich und transparent nicht-monogam leben.
  • Es gibt verschiedene Formen: Polyamorie, offene Beziehung, Beziehungsanarchie und Swinging unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten und Vereinbarungen.
  • Offene Kommunikation und klare Absprachen bilden die Grundlage jeder gelingenden nicht-monogamen Beziehung.
  • Eifersucht ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Entscheidend ist, wie Paare gemeinsam damit umgehen.
  • Therapeutische Begleitung hilft besonders beim Übergang, bei Krisen und wenn Bedürfnisse innerhalb der Partnerschaft auseinandergehen.
  • Sie wünschen sich Unterstützung? Nehmen Sie gerne Kontakt auf für ein unverbindliches Erstgespräch.

Was bedeutet konsensuelle Nicht-Monogamie?

Konsensuelle Nicht-Monogamie bedeutet: Alle Beteiligten leben einvernehmlich romantische oder sexuelle Beziehungen auch außerhalb der Partnerschaft.

Der Begriff „konsensuell“ kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „im gegenseitigen Einverständnis“. Genau das unterscheidet diese Beziehungsform grundlegend vom Fremdgehen: Es gibt kein Hintergehen, kein Verschweigen, keinen Vertrauensbruch. Stattdessen treffen alle Beteiligten eine bewusste Entscheidung, die auf Transparenz und gemeinsamen Absprachen beruht.

KNM ist dabei kein „Freifahrtschein“. Im Gegenteil: Die meisten nicht-monogamen Paare haben sehr klare Vereinbarungen darüber, was in Ordnung ist und was nicht. Diese Regeln sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie vereinbaren.

Ein Paar sitzt entspannt auf einem Sofa und führt ein vertrautes Gespräch
Offene Kommunikation ist die Grundlage konsensueller Nicht-Monogamie.

Wie sieht KNM im Alltag aus?

Wie das konkret aussehen kann, zeigen diese Beispiele:

  • Ein Paar lebt seit zehn Jahren zusammen und hat vereinbart, dass beide gelegentlich sexuelle Kontakte mit anderen Personen haben dürfen. Über jede Begegnung wird offen gesprochen.
  • Eine Frau führt zwei feste Beziehungen, die alle Beteiligten kennen und akzeptieren. Alle drei treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Abendessen.
  • Ein Paar öffnet seine Beziehung nach einer langen monogamen Phase, weil sich die Bedürfnisse verändert haben. Sie tasten sich Schritt für Schritt vor und passen ihre Regeln laufend an.

Konsensuelle Nicht-Monogamie ist eine bewusste Entscheidung darüber, wie die eigene Beziehung gelebt und gestaltet wird. Sie ist keine Flucht aus einer unbefriedigenden Partnerschaft, sondern eine Beziehungsform, die ein hohes Maß an Ehrlichkeit mit sich selbst erfordert. Paare, die diesen Weg gehen, setzen sich oft intensiver mit ihrer Beziehung auseinander als Paare in traditionellen Modellen. Der Grund: Sie müssen vieles aushandeln, was in der Monogamie als selbstverständlich gilt. 

Gut zu wissen: Begriffe im Überblick

In Fachkreisen werden verschiedene Begriffe verwendet: Konsensuelle Nicht-Monogamie (KNM), ethische Nicht-Monogamie (ENM) und einvernehmliche Nicht-Monogamie meinen im Kern dasselbe. Der Begriff „ethisch“ betont die moralische Dimension der Transparenz, während „konsensuell“ den Fokus auf die gemeinsame Zustimmung legt. Wichtig ist nicht die Bezeichnung, sondern das Prinzip dahinter: Offenheit, Ehrlichkeit und Respekt gegenüber allen Beteiligten.

Wer sich für eine nicht-monogame Beziehungsform interessiert, tut gut daran, sich zunächst mit den eigenen Werten und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Denn der Schlüssel zu einer gelingenden KNM liegt nicht in der Form, sondern in der Qualität der Kommunikation und der Bereitschaft, sich ehrlich mit sich selbst und dem Partner oder der Partnerin zu beschäftigen.

Drei Personen bei einem gemeinsamen, fröhlichen Abendessen an einem Holztisch bei Kerzenlicht
Konsensuelle Nicht-Monogamie kann im Alltag ganz unterschiedlich aussehen, gemeinsame Zeit ist dabei ein wichtiger Baustein.

Welche Formen konsensueller Nicht-Monogamie gibt es?

Nicht-monogame Beziehungen sind vielfältig. Jedes Paar gestaltet seine Beziehung anders, und es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Die folgenden Formen sind die bekanntesten.

  • Polyamorie beschreibt die Möglichkeit, mehrere romantische und emotionale Beziehungen gleichzeitig zu führen. Alle Beteiligten wissen voneinander und sind einverstanden. Ein polyamores Netzwerk kann aus drei, vier oder mehr Personen bestehen, die in unterschiedlichen Konstellationen miteinander verbunden sind. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen „poly“ (viele) und dem lateinischen „amor“ (Liebe) zusammen.
  • Offene Beziehung meint meist ein Paar, das seine Partnerschaft als primäre Beziehung lebt, aber sexuelle Kontakte mit anderen Personen erlaubt. Die emotionale Bindung bleibt dem Paar vorbehalten. Wie genau die Regeln aussehen, vereinbart jedes Paar individuell. Manche sprechen vorab über geplante Treffen, andere möchten keine Details wissen.
  • Beziehungsanarchie lehnt feste Kategorien und Hierarchien zwischen Beziehungen ab. Jede Verbindung wird individuell gestaltet, ohne dass eine Beziehung automatisch „wichtiger“ ist als eine andere. Freundschaften, romantische und sexuelle Beziehungen werden nicht in Schubladen eingeteilt, sondern nach ihrem eigenen Wert betrachtet.
  • Swinging bezieht sich auf den einvernehmlichen Tausch von Sexualpartnern, oft im Rahmen von Paaren, die gemeinsam sexuelle Erfahrungen mit anderen machen. Der Fokus liegt hier stärker auf der sexuellen Ebene als auf emotionalen Verbindungen. Viele Swinger-Paare betonen, dass gerade das gemeinsame Erleben ihre Partnerschaft bereichert.

Warum viele Paare im Lauf der Zeit ihr eigenes Beziehungsmodell entwickeln

Diese Einteilung hilft bei der Orientierung. In der Realität sind die Grenzen oft fließend, und viele Paare entwickeln im Lauf der Zeit ihr eigenes Modell, das zu ihrem Leben passt.

Manche Paare beginnen zum Beispiel mit einer offenen Beziehung und stellen fest, dass sich auch emotionale Bindungen zu anderen Personen entwickeln, was sie näher an Polyamorie heranführt. Andere starten mit der Idee polyamorer Beziehungen, merken aber, dass ihnen klar getrennte emotionale und sexuelle Ebenen besser liegen. Diese Entwicklung ist normal und kein Zeichen von Planlosigkeit. Sie zeigt, dass sich Beziehungen verändern und anpassen, wenn die Beteiligten ehrlich miteinander im Gespräch bleiben.

Vier verschiedenfarbige Glassteine mit Beschriftungen der Beziehungsformen Polyamorie, Offene Beziehung, Beziehungsanarchie und Swinging
Konsensuelle Nicht-Monogamie umfasst verschiedene Beziehungsformen, die sich in ihren Schwerpunkten und Vereinbarungen unterscheiden.

Kommunikation in nicht-monogamen Beziehungen: So gelingen Vereinbarungen

Die vielleicht größte Herausforderung in einer nicht-monogamen Beziehung ist nicht die Öffnung selbst, sondern die Kommunikation darüber. Paare, die KNM leben, stehen vor der Aufgabe, Dinge auszusprechen, die in monogamen Beziehungen oft unausgesprochen bleiben: Wünsche, Grenzen, Ängste und Erwartungen.

Ein hilfreicher erster Schritt ist das gemeinsame Formulieren von Vereinbarungen. Diese können ganz konkrete Fragen betreffen:

  • Welche Kontakte sind in Ordnung, welche nicht?
  • Wie viel möchten wir voneinander wissen?
  • Gibt es Personen, die ausgeschlossen sind, zum Beispiel gemeinsame Freunde?
  • Wie gehen wir mit Safer Sex um?
  • Was passiert, wenn sich jemand unwohl fühlt?

Vereinbarungen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie dürfen sich verändern, wenn sich die Beziehung oder die Bedürfnisse verändern. Regelmäßige Check-ins helfen dabei, im Gespräch zu bleiben. Das Zwiegespräch ist eine bewährte Methode, um sich regelmäßig über die eigene Gefühlslage auszutauschen, ohne in Diskussionen zu geraten.

Ebenso zentral ist die Fähigkeit, wirklich zuzuhören und zu verstehen. In nicht-monogamen Beziehungen geht es oft darum, die Perspektive des Partners oder der Partnerin nachzuvollziehen, auch wenn das eigene Empfinden gerade anders ist. Das erfordert Übung, Geduld und die Bereitschaft, sich verletzlich zu zeigen.

Aus meiner Erfahrung als Therapeut kann ich sagen: Paare, die regelmäßig und ehrlich miteinander sprechen, haben deutlich weniger Krisen. Nicht weil sie keine Konflikte haben, sondern weil sie gelernt haben, Konflikte frühzeitig anzusprechen, bevor sie eskalieren.

Wie ein wöchentlicher Check-in aussehen kann

Ein regelmäßiger Check-in kann ganz einfach aussehen: Einmal in der Woche setzen Sie sich zusammen und sprechen darüber, wie es Ihnen mit der aktuellen Situation geht. Nicht als Verhör, nicht als Rechenschaftsbericht, sondern als ehrlicher Austausch auf Augenhöhe.

Manche Paare nutzen dafür feste Leitfragen: „Wie fühle ich mich gerade mit unserer Vereinbarung?“ oder „Gibt es etwas, das ich mir anders wünsche?“ Solche Rituale schaffen Verlässlichkeit und verhindern, dass sich Unausgesprochenes aufstaut.

Dabei gilt: Es muss nicht immer tiefschürfend sein. Manchmal reicht ein kurzes „Mir geht es gut mit uns“ völlig aus. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die Gewissheit, dass der Raum für das Gespräch da ist, wenn er gebraucht wird.

Was hilft bei Eifersucht in nicht-monogamen Beziehungen?

Eifersucht ist in nicht-monogamen Beziehungen normal. Entscheidend ist, wie Paare mit ihr umgehen und welche Muster dahinterstehen.

Auch wenn der Kopf „ja“ zur Öffnung sagt, können Gefühle wie Angst, Unsicherheit oder Verlustangst aufkommen. Das ist kein Zeichen von Schwäche und kein Beweis dafür, dass etwas nicht stimmt. Diese Gefühle gehören zu den am häufigsten besprochenen Themen in nicht-monogamen Partnerschaften, und das ist gut so.

Hilfreich ist es, Eifersucht nicht als Feind zu betrachten, sondern als Signal. Sie kann auf unerfüllte Bedürfnisse hinweisen, auf alte Verletzungen oder auf Bindungsmuster, die schon früh entstanden sind. Wer versteht, woher die Eifersucht kommt, kann anders mit ihr umgehen.

Ein Holzwürfel mit dem Wort "Compersion" neben einer kleinen Herzform aus Holz
Compersion beschreibt die Mitfreude, die entstehen kann, wenn der eigene Partner bereichernde Erfahrungen mit anderen macht.

Compersion: Mitfreude statt Eifersucht

In der nicht-monogamen Gemeinschaft gibt es dafür einen eigenen Begriff: Compersion. Damit ist das Gefühl gemeint, sich für den Partner oder die Partnerin zu freuen, wenn diese Person eine bereichernde Erfahrung mit jemand anderem macht. Compersion ist kein Ziel, das man erreichen „muss“. Es kann sich aber entwickeln, wenn das Vertrauen in der Beziehung wächst und die eigene Sicherheit in der Partnerschaft stabil ist.

Praktisch helfen dabei vor allem drei Dinge:

  • Offen über die Eifersucht sprechen, ohne Vorwürfe zu machen.
  • Die eigenen Auslöser kennenlernen und benennen: Was genau löst das Gefühl aus? Ist es die Angst, ersetzt zu werden? Die Sorge, nicht zu genügen? Oder ein konkreter Vertrauensbruch?
  • Gemeinsam nach Wegen suchen, mit den Gefühlen umzugehen, statt sie zu unterdrücken oder wegzureden.

In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass Paare, die lernen, über Eifersucht zu sprechen, eine tiefere Verbundenheit entwickeln. Denn das Gespräch über schwierige Gefühle schafft Nähe, wenn es in einem geschützten Rahmen stattfindet.

Häufig stehen hinter der Eifersucht Bindungsmuster aus der eigenen Lebensgeschichte. Wer als Kind gelernt hat, dass Zuwendung unsicher oder an Bedingungen geknüpft ist, reagiert in einer offenen Beziehung möglicherweise stärker mit Verlustangst. Das zu erkennen ist kein Grund zur Sorge, sondern eine Einladung, sich selbst besser kennenzulernen. In der therapeutischen Arbeit helfen solche Erkenntnisse, die eigene Reaktion von der konkreten Situation zu unterscheiden und gelassener damit umzugehen.

"Nicht das Beziehungsmodell entscheidet über das Gelingen einer Partnerschaft, sondern die Bereitschaft, einander wirklich zuzuhören und ehrlich miteinander zu sein."

Mehrere gepflegte Wege treffen sich in einem hellen Birkenwald und führen in verschiedene Richtungen
Es gibt nicht den einen richtigen Weg: Jedes Paar findet im Lauf der Zeit die Beziehungsform, die zum eigenen Leben passt.

Stigma und Coming-out: Wenn das Umfeld nicht versteht

Nicht-monogam zu leben bedeutet oft, sich gegen gesellschaftliche Normen zu entscheiden. Das kann bereichernd sein, aber auch belastend. Viele Paare in nicht-monogamen Beziehungen berichten von Unverständnis im Freundeskreis, in der Familie oder am Arbeitsplatz. Einer Erhebung zufolge (OPEN, 2024) hat eine Mehrheit der nicht-monogam lebenden Menschen bereits Stigmatisierung erlebt.

Die Entscheidung, das eigene Beziehungsmodell offen zu leben, ist sehr persönlich. Nicht jeder Mensch im Umfeld muss alles wissen. Es kann helfen, sich zunächst an Personen zu wenden, bei denen Sie Offenheit erwarten, und schrittweise auszuloten, wie viel Sichtbarkeit sich stimmig anfühlt.

Paare stehen dabei oft vor einer zusätzlichen Herausforderung: Sie müssen als Team damit umgehen, dass ihr Beziehungsmodell hinterfragt wird. Das kann die Partnerschaft stärken, wenn beide an einem Strang ziehen. Es kann aber auch Spannungen auslösen, etwa wenn ein Partner offener mit dem Thema umgehen möchte als der andere.

Eine leuchtend orange Blume wächst zwischen grauen Kieselsteinen
Nicht-monogam zu leben bedeutet, sich bewusst gegen gesellschaftliche Normen zu entscheiden, und das darf sich gut anfühlen.

"Eine richtige Beziehung ist monogam": Wenn alte Glaubenssätze nachwirken

Hilfreich ist es, sich bewusst zu machen, dass das Unbehagen des Umfelds keine Aussage über die Qualität Ihrer Beziehung ist. Auch verinnerlichte Überzeugungen wie „Eine richtige Beziehung ist monogam“ können in den eigenen Gedanken auftauchen. Sie zu erkennen und zu hinterfragen ist ein wichtiger Teil des Weges zu einer Partnerschaft, die sich für beide stimmig anfühlt.

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist Mononormativität. Damit ist die gesellschaftliche Erwartung gemeint, dass eine „richtige“ Beziehung ausschließlich zwischen zwei Personen stattfindet. Diese Norm ist so selbstverständlich, dass sie selten hinterfragt wird. Für Paare, die sich bewusst für ein anderes Modell entscheiden, kann es hilfreich sein, diese Norm zu erkennen und die eigene Entscheidung nicht an einem Standard zu messen, der gar nicht zu ihnen passen muss.

Wann kann Paartherapie bei konsensueller Nicht-Monogamie helfen?

Therapeutische Begleitung hilft, wenn Eifersucht eskaliert, Vereinbarungen nicht halten oder der Übergang zur Nicht-Monogamie Konflikte auslöst.

Nicht-monogame Beziehungen bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich. In meiner Paartherapie begleite ich Paare in ganz unterschiedlichen Situationen:

  • Der Wunsch nach Öffnung kommt von einem Partner, der andere ist unsicher.
  • Vereinbarungen wurden gebrochen, und das Vertrauen muss neu aufgebaut werden.
  • Eifersucht nimmt überhand und belastet den Alltag.
  • Das Paar möchte von Monogamie zu KNM wechseln und sucht Orientierung.
  • Einer oder beide fühlen sich von der Komplexität überfordert.

In solchen Momenten bietet Paarberatung einen geschützten Rahmen, um gemeinsam hinzuschauen, ohne Bewertung. Im systemischen Ansatz betrachten wir die Beziehung als Ganzes: Welche Muster spielen eine Rolle? Welche Prägungen bringen beide mit? Und was braucht die Partnerschaft, um stabil und lebendig zu bleiben?

Auch Themen rund um Sexualität und Intimität können in der Sexualtherapie einen Platz finden. Denn nicht-monogame Beziehungen berühren häufig Fragen, die tief mit dem eigenen Körpergefühl, Scham und Verletzlichkeit verbunden sind.

Auch für Einzelpersonen, die über nicht-monogame Beziehungen nachdenken oder sich in einer solchen Konstellation unwohl fühlen, kann therapeutische Begleitung sinnvoll sein. Nicht jeder hat einen Partner oder eine Partnerin, die gemeinsam in die Beratung kommen möchte. In solchen Fällen bietet die Einzelarbeit einen Raum, um die eigenen Bedürfnisse, Ängste und Wünsche zu sortieren und mehr Klarheit darüber zu gewinnen, welche Beziehungsform zum eigenen Leben passt.

Zwei abstrakte Holzfiguren mit einem verbindenden Puzzleteil auf einer hellen Oberfläche
Manchmal braucht es professionelle Unterstützung, um die passenden Bausteine für die eigene Beziehung zu finden.

Praxis-Tipps: So stärken Sie Ihre nicht-monogame Beziehung

Unabhängig davon, welche Form der Nicht-Monogamie Sie leben oder erwägen: Es gibt einige Grundpfeiler, die Paaren helfen, ihren Weg gemeinsam und gestärkt zu gehen.

  • Sprechen Sie regelmäßig miteinander. Nicht nur über die Beziehung zu anderen, sondern auch über die eigene Partnerschaft. Was läuft gut? Was wünschen Sie sich?
  • Legen Sie Vereinbarungen fest, die für beide funktionieren. Und überprüfen Sie diese regelmäßig. Was vor einem Jahr gepasst hat, kann sich verändert haben.
  • Nehmen Sie Eifersucht ernst. Unterdrücken hilft nicht. Sprechen Sie darüber, was genau das Gefühl auslöst, und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
  • Pflegen Sie Ihre Kernbeziehung. Gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit bleiben wichtig, egal wie das Beziehungsmodell aussieht.
  • Informieren Sie sich gemeinsam. Bücher, Podcasts oder Workshops zum Thema Nicht-Monogamie können helfen, eine gemeinsame Sprache zu finden und von den Erfahrungen anderer Paare zu lernen.
  • Holen Sie sich Unterstützung, wenn es hakt. Sich professionelle Begleitung zu suchen ist kein Zeichen von Scheitern. Es ist ein Zeichen von Verantwortung füreinander.

Diese Tipps ersetzen keine therapeutische Beratung. Wenn Sie merken, dass Gespräche immer wieder im Kreis drehen oder Konflikte sich verfestigen, lohnt sich der Blick von außen.

 

Begleitung auf Ihrem Weg

Konsensuelle Nicht-Monogamie erfordert Mut, Ehrlichkeit und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Wenn Sie als Paar diesen Weg gehen oder darüber nachdenken, begleite ich Sie gerne.

In meiner Praxis in München-Pasing, in Schongau oder online arbeiten wir gemeinsam daran, Ihre Beziehung so zu gestalten, wie sie für Sie stimmig ist. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Paaren und einem systemischen Blick auf Beziehungsdynamiken unterstütze ich Sie dabei, Klarheit zu gewinnen und neue Wege zu finden.

📅 Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch mit mir.

Ihr Manfred Heiber

Holztisch mit Notizblock und handgezeichneter Aufschrift ‚FAQ – Häufige Fragen für Sie beantwortet‘, daneben Kugelschreiber, Brille und Pflanzenblätter im Sonnenlicht

Häufige Fragen (FAQ)

Nein, der entscheidende Unterschied liegt im Einverständnis aller Beteiligten. Bei konsensueller Nicht-Monogamie wissen alle Bescheid und haben der Öffnung zugestimmt. Beim Fremdgehen geschieht der Kontakt heimlich und stellt einen Vertrauensbruch dar. KNM beruht auf Transparenz und gemeinsamen Absprachen. Beide Partner gestalten die Regeln aktiv mit, und es gibt keinen Platz für Täuschung oder Hintergehen. Wer Fremdgehen erlebt hat und daran arbeiten möchte, findet in der Paartherapie einen geschützten Rahmen dafür.

Konsensuelle Nicht-Monogamie ist kein Rettungsversuch für eine kriselnde Beziehung. Wenn grundlegende Probleme wie mangelnde Kommunikation, fehlendes Vertrauen oder ungelöste Konflikte bestehen, werden diese durch eine Öffnung eher verstärkt als gelöst. KNM funktioniert dann am besten, wenn die Grundbeziehung stabil ist und beide Partner aus einer Position der Sicherheit heraus handeln. Wer das Gefühl hat, die Beziehung retten zu müssen, sollte zunächst an den bestehenden Themen arbeiten, bevor eine Öffnung in Betracht kommt.

Der wichtigste Schritt ist, das Gespräch ruhig und ohne Druck zu beginnen. Wählen Sie einen Moment, in dem Sie beide Zeit und Raum haben. Sprechen Sie von Ihren eigenen Gefühlen und Wünschen, statt Forderungen zu stellen. Ein Satz wie "Ich beschäftige mich mit dem Thema und wünsche mir, dass wir offen darüber sprechen" öffnet den Dialog, ohne den anderen unter Druck zu setzen. Geben Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Zeit, die eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Es ist völlig in Ordnung, wenn dieses Gespräch mehrere Anläufe braucht.

Nicht jedes Beziehungsmodell passt zu jedem Menschen. Manche fühlen sich in monogamen Beziehungen sicher und erfüllt, andere erleben Monogamie als einschränkend. Es gibt kein "besser" oder "schlechter". Entscheidend ist, dass beide Partner ehrlich mit sich selbst sind und die gewählte Beziehungsform wirklich zu ihren Bedürfnissen passt. In meiner Praxis erlebe ich, dass die ehrliche Auseinandersetzung mit dieser Frage oft schon ein großer Gewinn für die Partnerschaft ist, unabhängig davon, welches Modell am Ende gewählt wird.

Familien mit Kindern stehen vor besonderen Überlegungen. Dazu gehören Fragen wie: Was erzählen wir den Kindern? Wie gehen wir mit dem Zeitmanagement um? Wie schützen wir die Stabilität des Familienlebens? Die Forschung zeigt, dass Kinder vor allem von der emotionalen Qualität und Stabilität ihrer Bezugspersonen profitieren, unabhängig vom Beziehungsmodell. Offenheit und Ehrlichkeit, angepasst an das Alter der Kinder, sind dabei hilfreicher als Geheimnisse. Wenn Sie als Eltern über dieses Thema nachdenken, kann eine familientherapeutische Beratung helfen, den passenden Weg für Ihre Familie zu finden.

Manfred Heiber

Mein Name ist Manfred Heiber, systemischer Therapeut (DGSF).
In meiner Praxis in München begleite ich Menschen, die mit belastenden Erfahrungen oder inneren Konflikten leben – oft schon lange.

Vielleicht gibt es in Ihrem Leben ein Ereignis, das Sie nicht loslässt. Oder Sie merken, dass bestimmte Gefühle, Gedanken oder Reaktionen immer wieder auftauchen, obwohl „eigentlich alles gut“ sein sollte.

In solchen Situationen arbeite ich mit zwei wirkungsvollen Methoden:
Mit der systemischen Therapie, um Zusammenhänge zu erkennen, neue Perspektiven zu gewinnen und innere Ressourcen zu stärken und mit EMDR, um tief sitzende seelische Verletzungen zu verarbeiten und innere Stabilität zurückzugewinnen.

Was auch immer Sie gerade bewegt: Ich unterstütze Sie dabei, Ihren eigenen Weg zu verstehen – und mutig weiterzugehen.

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